Ein einzigartiges Gebiet zwischen Maastricht und
den Kempen
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Der Verlauf des Albertkanal zieht sich durch das
niederländisch-belgische Grenzgebiet zwischen dem Kalkwiesengebieten des
Pietersberg und den nährstoffarmen Decksanden des kempischen Hochlands, eines
alten Lösgebiets. Die Nähe der Maas führte dazu, daß hier menschliche
Aktivitäten ihren Ort fanden, deren Kontinuität und Alter sowohl für die
Niederlande als auch Belgien außergewöhnlich sind. So haben drei miteinander
verwobene Grenzbeziehung die Landschaft geformt: als Vorhof der Stadt
Maastricht, als Schußfeld der Festung Maastricht sowie als Grenzgebiet zwischen
den Niederlanden und Belgien. Die Maas und diese dreifache Grenzbeziehung haben
eine Landschaft hervorgebracht, die durch historische, landschaftliche,
natürliche und archaeologische Werte geprägt ist und an die sich viele
Geschichten knüpfen.
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Die "Grenzschaft"
| Bürger aus allen
angrenzenden Gemeinden und Stadtviertel in den Niederlanden und Belgien haben
nun eine Initiative ergriffen, um gemeinsam mit den Kommunen die Besonderheiten
des Gebietes zu erfassen und so die Grundlage fuer einen integrierten,
grenzüberschreitenden Entwicklungsplan zu schaffen. Sie wollen den Bürgern die
Besonderheiten des Gebietes bewusst machen und die verschiedenen Kommunen dazu
bewegen, achtsam mit dem Gebiet umzugehen. Aus diesem Grunde haben sie sich in
einer "Grenzschaft" zusammen gefunden – diese Wortschöpfung hat Anklänge an
"Grafschaft", "Landschaft" und "Nachbarschaft". So wie die alte Grafschaft
Vroenhoven ihre Einheit aus der Figur des Grafen bezog, bezieht die
Grenzschaft ihre Einheit aus dem Vorhandensein der Grenze sowie der
Tatsache, dass die Bürger an beiden Seiten dieser Grenze sich für dieses Gebiet
engagieren. |
Adresse Grenzschaft Albertkanaal
Die Landschaft
| Es
handelt sich um eine maasländische Stufenlandschaft, die durch eine Reihe Zouwen
(eine Art von Bachen) durchzogen wird. Bei der jetzigen, weiten und zugelich
kleinteiligen, landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft handelt es sich um
eine mittelalterliche Kultivierungslandschaft die durch einen radial von
Maastricht ausgehenden Fächer von Feldwegen durchschnitten wird. Im 17. und 18.
Jahrhundert wurde die Landschaft durch Karreebauernhöfe und dazugehörigen
Hausweiden sowie durch mit Hecken umsäumte Obstbaumgärten ergänzt. Der
Albertkanal fügte dem im Jahre 1936 eine dramatische Schlucht
hinzu. |
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Die Archäologie
Bandkeramisches
dorf |
Die
Stufenlandschaft an der Maas eignete sich schon sehr früh für menschliche
Nutzungen. In diesem Gebiet sind die ältesten Spuren menschlicher Tätigkeiten
von den Niederlanden und Belgien gefunden worden. Um 250.000 v. Chr. hatten die
Neanderthaler an den Belvedere-Gruben ein Lager an der Maas und um 135.000 v.
Chr. so suchten sie an dem Hezerwater bei Veldwezelt nach Feuerstein. Beginnend
mit denen der ersten europäischen Bauern, den Bandkeramikern (5300 v.
Chr.), sind so ziemlich ununterbrochen Spuren des Menschen gefunden worden. Es
gilt als ein archäologisch sehr reiches Gebiet, daß ein hohes Potenzial für die
Bildung bietet |
Die Geschicht
| Die
Nähe der strategisch bedeutsamen Festung Maastricht führte dazu, daß das Gebiet
zwischen 1500 und 1800 oftmals eine große Bedeutung für Festungsbelagerungen
hatte. Belagerer schlugen hier ihr Lager auf, um die Stadt von den Höhenstufen
herab zu beschiessen. Dabei verstanden es auch die Verteidiger, sich das Relief
zu Nutzen zu machen, wenn es darum ging, den Angreifern Widerstand zu leisten.
So verteidigte der Herzog von Alva sich hier 1568 gegen Wilhelm von Oranien. Bei
der Belagerung von 1673 durch Ludwig den XIV. fiel hier dessen Musketier
D’Artagnan. |
Die Natur
| Die
Äcker bieten Lebensraum für die hier zu Lande seltene Grauammer eine Art,
die einzig in kleinteiligen Landbaugebieten vorkommt. An den Hängen des
Albertkanals ist eine überraschend reiche Vegetation entstanden, weshalb die
Gegend auch als ein Europäisches Biotopschutzgebiet ausgewiesen worden ist. Hier
fliegt unter anderem das geschützte violette Waldbläuling. Auf dem
Kesselts Kip und am Dousberg blühen die Orchis. Das Komveld ist von
grosser mycologischer Bedeutung. |

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Ein Orchis auf dem
Dousberg |
Die
Graumammer | |